0 Qt Developer Days 2014

Die Qt Developer Days 2014 aus der Sicht der Mitarbeiter der HicknHack Software GmbH.

Auf den Qt Developer Days am 7. und 8. Oktober 2014 in Berlin kamen auch in diesem Jahr Programmierer, Entwickler und Administratoren aus ganz Europa zusammen und informierten sich über neue Anwendungen und Nutzungsmöglichkeiten des Qt-Frameworks. An drei Tagen drehte sich in zahlreichen Workshops und Vorträgen alles um aktuelle IT-Applikationen für Industrie und Verbraucher. Mit dabei waren auch Softwareentwickler der HicknHack Software GmbH und tauschten sich mit Experten zu den neuesten Entwicklungen aus.
Informatiker Sebastian nahm bereits zum Zweiten mal teil. Für die Medieninformatiker Andreas und Philipp war es die Premiere.
 
Was denkt Ihr: Warum fahren so viele Teilnehmer zu den Qt Developer Days nach Berlin?
Sebastian: Die Dev Days sind die wichtigste Veranstaltung zum Thema Qt Development, auf der viele ausgewiesene Qt Experten Vorträge zu interessanten Themen rund um die Entwicklung mit Qt halten. Zudem kann man Erfahrungen mit vielen anderen Qt Entwicklern austauschen und kommt in Kontakt mit den Maintainern/Entwicklern des Frameworks. Darüber hinaus ist der Social Event ein unterhaltendes Ereignis.
Andreas: Ich glaube die Beliebtheit der Konferenz hat zwei Hauptgründe: Zum Einen hat Qt eine zunehmend große Anzahl von Nutzern, vor allem in Europa, zum Anderen sind die Qt Developer Days Berlin eine von zwei „offiziellen“ Konferenzen im Jahr zu Qt, und die einzige in Europa. Die Qt-Entwickler-Community machte einen sehr freundschaftlichen Eindruck, fast alle schienen per Du zu sein — Wahrscheinlich fahren viele auch hin um alte Bekanntschaften zu pflegen.
 
Was hat es Euch gebracht? Was könnt Ihr in Eure tägliche Arbeit integrieren?
Sebastian: Man bekommt bei den Vorträgen eher eine Idee darüber, welche vielfältigen Möglichkeiten die Entwicklung mithilfe von Qt bieten. So lernt man beispielsweise, wie 3D Grafiken und Visualisierungen erstellt werden können oder welche Repräsentation von Zeichenketten effizient arbeiten.
Andreas: Die Konferenz bietet einen Blick hinter die Kulissen der Qt-Maintainenance. Was dort präsentiert wurde, hat mein Vertrauen in die Optimierungsbemühungen der Qt-Entwickler gestärkt, so dass ich jetzt etwas bereitwilliger auf Funktionen aus Qt zurückgreife, als immer auf die reine STL zu setzen. In einer Session ging es um das Refactoring von altem Code mit Hilfe von QtCreator. Dabei habe ich ein paar neue Tricks gelernt, von denen ich denke, dass sie auf Dauer die Qualität unserer Codebasis verbessern werden.
 
Worin liegt für Euch der Reiz an Qt?
Sebastian: Qt bietet vielfältige Möglichkeiten, die einen Entwickler in vielen Bereichen unterstützen können. So erlaubt es das Framework etwa, Datenbanken zu programmieren oder 3D Applikationen zu schreiben. Darüber hinaus lässt sich Qt noch für viele andere Anwendungsgebiete nutzen. Auch ist Qt sorgfältig von C++ Experten implementiert worden, sodass eine relativ hohe Codequalität gewährleistet ist.
Andreas: Eigentlich bin ich immer ein bisschen skeptisch, wenn eine Bibliothek versucht, einem für jede erdenkliche Funktionalität eine Lösung zu bieten, weil die Qualität dann meistens nicht über die gesamte Breite beibehalten wird. Noch dazu, wenn das alles als plattformunabhängig beworben wird. Deshalb bin ich von Qt sehr angenehm überrascht, weil es diesen Spagat hinzubekommen scheint. Qt hat eine große und leidenschaftliche Gemeinschaft an Nutzern, Entwicklern und Sponsoren hinter sich, und das merkt man an fast jeder Stelle der Bibliothek.
Philipp: In aller erster Linie in der Platformunabhängigkeit, sowie die Möglichkeit in C++ verhältismäßig schnell komplexe Anwendungen entwickeln zu können.
 
Welche Vorträge sind bei Euch in besonderer Erinnerung geblieben?
Sebastian: Neben den Keynotes und den Lightning Talks, wo kurze Vorträge in 10 Minuten gehalten werden, habe ich an 8 weiteren Sessions/Vorträgen teilgenommen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir beispielsweise ein Vortrag, bei dem auf die Nutzung von QML im Zusammenspiel mit C++ eingegangen wurde und ein erfahrener Entwickler seine Eindrücke darüber schilderte, wann genau QML und wann C++ bei der Implementierung von Applikationen genutzt werden sollten.
Interessant war aber auch ein Vortrag über die verschiedenen Möglichkeiten in Qt Strings zu verwenden, wo auch die Effizienz der unterschiedlichen Qt Stringklassen beleuchtet wurde. Darüber hinaus war es spannend zu sehen, dass mit Qt 3D 2.0 ein neuer Qt5-basierter 3D Renderer entwickelt wird.
Andreas: Es gab sechs parallele Tracks, deshalb musste man oft zwischen mehreren interessanten Themen wählen. Das Spektrum war dabei immer sehr weit gespannt, so dass man sich nicht nur die Vorträge zu den „heißen Themen der Stunde“ anhören konnte, sondern auch ein paar interessante Spartenvorträge geboten wurden. Zur ersten Gattung gehörte der Vortrag zu den Neuerungen in Qt3D von James Turner und Giuseppe D’Angelo. Die Einführung in die hardwarenahe Programmierung von Jeff Tranter war ein toller Vertreter der zweiten Art. Bei vielen Vorträgen hat man gemerkt, dass die Vortragenden Mühe hatten, ihr Thema in 45 Minuten zu präsentieren, und bei den Interessantesten wäre ich gerne gleich noch einmal 45 Minuten sitzen geblieben. 
Philipp: Gut fand ich den Votrag “String Theory” von Thiago Macieira. Dort gab es ein paar Tipps vom QtCore Maintainer zum optimalen Umgang mit den Qt Stringklassen.
Die Voträge über Qt 3D fand ich sehr interessant. Dort wurde die Architektur der neuen Version des Moduls vorgestellt. Zudem gab es Einblicke in die Argumentation, warum man sich für diese entschieden hat.
 
Was habt Ihr gelernt? Welche Trends sehr Ihr für die Zukunft?
Sebastian: Über das bereits beschriebene hinaus, habe ich zum Beispiel mitgenommen, dass mit inqlude.org eine umfangreiche Sammlung Qt-basierter Bibliotheken aufgebaut wird,
die für viele Anwendungsgebiete entsprechende Frameworks bereit stellt. Das erleichtert die Entwicklung mit Qt nochmals ungemein. Außerdem wurde in einem weiteren Vortrag vorgestellt, wie man besseren, effizienteren Code mithilfe von Compiler intrinsics schreiben kann.
Andreas: Vor allem in der Auswahl der Sponsoren und der Firmen, die mit Ständen vertreten waren zeigte sich, dass die Trends dorthin gehen, wo sie im Rest der Industrie auch sind: Viel Mobile, viel Embedded und Internet of Things.
 
Wie war der Ablauf vor Ort Ihr wart mit 5 Kollegen dabei?
Sebastian: Die Qt Dev Days fanden Dienstag und Mittwoch statt. Wir sind daher am Montag Abend mit dem Zug angereist und haben in einer Ferienwohnung unweit des Veranstaltungsortes (BCC – Berlin congress center) Quartier bezogen. Dienstags fands zunächst eine Anmeldung statt, wo man seine Conference-Badge und weitere Materialien, wie z.B. einen Session Plan, erhalten hat. Nach den Sessions, die von ausreichend Pausen eingerahmt wurden, fand abends am Veranstaltungsort die Conference-Party statt. Neben Spielen, wie Tischkicker, Karaoke oder Rennsimulator, sorgten lokale Musiker für Unterhaltung. Auch für das leibliche Wohl wurde natürlich mit ausgezeichnetem Essen und Trinken gesorgt. Nach einer Nacht in der Ferienwohnung haben wir dann die Sessions des zweiten Tages besucht. Zum Ende der Konferenz fand noch eine Podiumsdiskussion mit wichtigen Entwicklern und Maintainern von Qt zum Thema “Contribute to Qt” statt, bevor wir dann verabschiedet wurden und mit dem Zug die Heimreise antraten.
Andreas: Es gab einen sehr straffen Zeitplan, in den kurzen Pausen zwischen den Vorträgen ist für mehr als ein paar Sätze beim Kaffee kaum Zeit gewesen. Apropos Kaffee: Das Essen und der Service im Konferenzcenter waren absolute Spitzenklasse.
 
Wie lief der Wissensaustausch außerhalb der Vorträge ab?
Sebastian: Der Wissensaustausch lief so ab, dass die Vortragenden auch außerhalb ihrer Sessions vor Ort zu sprechen waren und meistens für Fragen gerne zur Verfügung standen. Auch konnte man sich in den Pausen mit den anderen Besuchern über die gewonnenen Eindrücke austauschen. Auch die Party am Abend ermöglichte es, mit anderen Entwicklern und Vortragenden in Kontakt zu treten.
 
Nehmt Ihr nächstes Jahr wieder teil?
Sebastian: Vielleicht :-)
Andreas: Ja klar! Wenn es sich ergibt, gerne.
 
Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Euch alles gute und weiterhin viel Spaß mit Qt.

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