2 HicknHack Software auf der GOTO Berlin 2015

Zum mittlerweile dritten Mal fand die GOTO Berlin vom 2. bis 4. Dezember 2015 statt. Passend zum Veranstaltungsort im historischen Großraumkino Kosmos stand die Konferenz dieses Jahr im Zeichen der Raumfahrt. Zeitgleich gab sich die Meeting C++, ebenfalls in Berlin, die Ehre. So hatten wir die Qual der Wahl. Ein Teil des Teams besuchte die Meeting C++ und der andere die GOTO Berlin.

Bereits in der Einführung am Donnerstag zeichnete sich das breite Spektrum für die Vorträge der nächsten zwei Tage ab. Neben den Keynotes für das breite Publikum wurden am Donnerstag acht und am Freitag fünf Vortragsreihen angeboten. Viele Vorträge ermöglichten einen Blick über den “Tellerrand”, da sich Themengebiete auf die eine oder andere Art überschneiden. Zu den Themen zählten: Agile, Cloud, Enterprise, IoT, Programming Languages & Development, Security und Solutions.

Der Donnerstag wurde mit der Keynote “To the Moon” eröffnet. Mit seinen Anekdoten über das US amerikanische Raumfahrtprogramm zur Mondlandung, der Vielzahl von Rückschlägen und den Widrigkeiten, die das Projekt zu überstehen hatte, inspirierte Russ Olsen die Anwesenden, dass es mit Visionen, ordentlicher Führung und Sorgfalt möglich ist Großes zu erschaffen.

Am Freitag eröffnete Stephen Carver mit der Keynote “Space Shuttle” die GOTO Berlin. Er sprach über die Schattenseiten der Ingenieurskunst, in dem er auf die Probleme des Space Shuttle Programms aufmerksam machte. Fehlentscheidungen, finanzielle Kürzungen, politischer Einfluss und schlechtes Arbeitsklima – Probleme die wohl in jeder Branche bekannt sind – verursachten die größten Katastrophen in der Raumfahrtgeschichte. Seine Erläuterungen über die Ursachen für die Explosion der Challenger Raumfähre 1986 und das Verglühen der Columbia Raumfähre 2003 können als Appell gewertet werden mit Verantwortung und Einsatz gegen Missstände in Unternehmen vorzugehen, um Sicherheit für Arbeitnehmner und Kunden zu schaffen.

Besonders die Vortragsreihe “Programming Languages & Development” fand Anklang, so dass wir Einblicke in Apples neue Version von Swift erhielten und unseren Umgang mit Typen innerhalb von Programmiersprachen überdenken können. Aber auch funktionale Programmierung und die Entwicklung mit Spreadsheets dienten zur Erweiterung des Horizonts.

In der Welt immer komplexer werdender Applikationen und Interaktionen zeigten Vorträge über Microservices eine Möglichkeit, Chaos aus Abhängigkeiten, Komplexität und Fehlertoleranz zu bändigen. Mit Modularisierung, Entkopplung und Schnittstellen – auch innerhalb einer Anwendung – eine Struktur zu schaffen, die es ermöglicht parallel und verteilt mit wenig Synchronisierungsaufwand auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Natürlich bringt die Zerlegung neue Probleme mit sich. Beispielsweise Integration und Deployment. Dieses Thema wurde parallel adressiert. Speziell im Bereich des Docker-Universums.

Aber auch Erfahrungsberichte kamen nicht zu kurz. Angefangen von der Programmierung einer intelligenten Kaffeemaschine mit Cloud-Features – ohne das auch nur ein Teil der Kaffeemaschine zu Beginn existierte. Über den Einsatz von vernetzten Geräten und Clouddiensten für die Landwirtschaft bis hin zur schleichenden und kontrollierten Revolution der funktionalen Programmierung innerhalb der IT-Abteilungen traditioneller Firmen. Zu den Buzzwords Microservices, IoT und Cloud kamen natürlich auch Vorträge, die sich mit der Privatsphäre und Sicherheit beschäftigten.

Parallel zum Cloud-Trend existiert auch das Bestreben, die Cloudservices und Applikationen allgemein auf mobilen Geräten zu nutzen. Um diesem gerecht zu werden gab es reichlich Anregungen und Erfahrungen in einer eigenen Vortragsreihe. So schilderte Spotify beispielsweise die Probleme mit der Unterstützung verschiedenster Plattformen und Formfaktoren und wie sich die Lösung dieser auf die Organisation ausgewirkt hat. Natürlich gab es auch Vorträge, die etwas aus dem Rahmen fielen, einige beschäftigten sich mit den Denkmustern von Entwicklern und deren Wirkung auf die geschaffene Software genauso wie mit Wegen, Innovationen und Fortschritt zu steuern bzw. den Faktoren die diese behindern.

Der Donnerstag wurde durch die Keynote “DevOps: Next” von Nicole Forsgren abgeschlossen. Sie zeigte anhand von Studien, dass DevOps entscheidende Wettbewerbsvorteile bieten und forderte Firmen dazu auf entsprechende Praktiken zu adaptieren.

Die GOTO Berlin 2015 wurde durch die schließende Keynote “You Can’t Always Get What You Want” von Chris Atherton beendet. Sie appellierte eindringlich, pragmatisch vorzugehen – ein Programm muss die Anforderungen der Nutzer erfüllen. Schönes Design ohne Einbeziehung der Nutzer ist genauso problematisch wie “schöner” Quellcode, der nicht wartbar ist.

Außerhalb der Vorträge konnten alte und neue Lösungen an den unterschiedlichen Ständen der Sponsoren erkundet werden. Neben den ganzen Informationen gab es natürlich reichlich Verpflegung, Zeit alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen.

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Hallo Natalie,

sehr schöner Bericht. Ich konnte im letzten Jahr nicht an der "Meeting C++" teilnehmen, was mich aber sehr interessiert. Meine Frage wäre, weil ich es im Text nicht gefunden habe (weil es vielleicht auch dort kein Thema ist) aber wird auf dem Treffen auch auf innovative Webtechnologien eingegangen? Ist es möglicherweise ein Randthema? Desktop- und Web-Anwendung stehen zwar in keiner Konkurrenz zueinander aber mal ein Blick auf beide Arten von Anwendungen, ggfs. in einem Diskurs, wäre doch sehr interessant, hier die Meinungen der Experten zu hören.

Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.

Gruß,
Julian

Hallo Julian,

ich anworte, da ich beim "Meeting C++" dabei war. Bei der Konferenz geht rund um die Programmiersprache C++. Web Technologien sind da eher ein Randthema. Da C++ überall eingesetzt wird, werden die einzelnen konkreten Anwendungsgebiete nur gestreift.

Native Desktop Anwendungen und die Webtechnologien ergänzen sich ziemlich gut. Wir konnten bereits verschiedene Kompositionen davon für Kunden erfolgreich umsetzen. Von Webseiten die auf C++ Services zugreifen bis zu Javascript Bibliotheken in Desktop Anwendungen. Herauszufinden was wo am Besten passt ist Teil unserer Dienstleistungen.

Ich sehe Konferenzen eher als Mittel um den eigenen Horizont zu erweitern, weniger um konkrete Anwendungsgebiete zu vertiefen. Wobei das natürlich auch davon abhängt, wen man dort kennenlernt.

Beste Grüße aus Dresden
Andreas

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